Depressionen

Depressionen betreffen nicht nur einzelne Menschen. Inzwischen schätzt man, dass die Hälfte aller Bundebürger direkt selbst erkrankt ist oder als Freund oder Angehöriger schon einmal mit Depressionen konfrontiert wurde. Nicht nur Betroffene sind hilflos im Umgang mit dieser Erkrankung, häufig ist auch das soziale Umfeld überfordert und wendet sich ab. Doch Wegsehen und Verdrängen ist genau der falsche Weg bei der Bewältigung einer depressiven Störung!

Die Erscheinungsformen einer Depression können vielfältig sein, deshalb sollte die Diagnosestellung in den Händen eines erfahrenen Arztes liegen.

Mehr zu Depressionen

Die Depression hat viele Gesichter, eines ist jedoch allen gemeinsam: ein normales Leben ist nur stark eingeschränkt möglich, tägliche Pflichten werden schnell zu einer unüberwindlichen Hürde.

Wenn mehr als fünf der Hauptsymptome einer Depression vorliegen, sollte unbedingt ein erfahrener Arzt konsultiert werden. Diese Symptome sind:

  • Anhaltend gedrückte Stimmung oder Niedergeschlagenheit
  • Freudlosigkeit
  • Verlust des Interesses an Dingen, die den Betroffenen vorher interessiert haben
  • Antriebslosigkeit
  • Energielosigkeit, Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Selbstvorwürfe, Schuldgefühle, Grübeln
  • Schlafstörungen (zu viel oder zu wenig Schlaf, Früherwachen)
  • und körperliche Symptome

Depressionen muss man nicht hinnehmen, man kann etwas dagegen tun!

Obwohl es inzwischen viele etablierte Behandlungsmöglichkeiten gibt, bleiben auch heute noch ca. die Hälfte der erkrankten Menschen ohne Behandlung und Hilfe. Der erste Schritt zur Behandlung ist meist der schwerste, gerade hier brauchen Betroffene oft die Hilfe anderer. Gründliche Information über die Symptome und den Verlauf der Erkrankung sind sowohl für betroffene Menschen als auch für ihre Angehörigen wichtig und können den Behandlungsverlauf durch aktive Mitgestaltung positiv beeinflussen.

Trotz einer Vielzahl von bereist zugelassenen Medikamenten zur Behandlung der Depression gibt es für Betroffene keine Garantie, dass das verabreichte Medikament zu einer Besserung der Symptome oder Heilung führt. Heute weiß man, dass ca. 30 bis 35 Prozent der behandelten depressiven Patienten nicht oder nicht ausreichend auf eine aktuelle Behandlung ansprechen. Die medizinische Forschung sucht derzeit weltweit nach neuen Behandlungsansätzen mit innovativen Wirkmechanismen, die auch diesen betroffenen Patienten künftig effektiv und sicher helfen werden.

Aktuelle Studien bei Depressionen

Hier finden Sie aktuelle Studien bei somni bene zu Depressionen:

Studie #1: Esketamin-Nasenspray

Im Rahmen dieser Phase 3b Studie wird Esketamin Nasenspray (Spravato®) mit Quetiapin z. N. bei Patienten mit therapierefraktärer Depression verglichen, die in der aktuellen Episode auf mindestens zwei unterschiedliche antidepressive Therapien nicht angesprochen haben.

Spravato ist bereits in vielen Ländern erfolgreich zugelassen, für die endgültige Zulassung in Deutschland werden die Ergebnisse dieser Studie von hoher Bedeutung sein.

Eine Teilnahme in dieser Studie ist möglich für Patienten, die:

  • zwischen 18 und 74 Jahre alt sind
  • an einer Depression leiden, in deren aktueller Episode mindestens zwei verschiedene Antidepressiva (SSRI und SNRI) nicht zu einer wesentlichen (mehr als 25 Prozent) Besserung der Symptome führten
  • aktuell unter einer Therapie mit einem Antidepressivum (SSRI oder SNRI) sind und
  • deren Erstdiagnose einer Depression vor dem 55. Lebensjahr gestellt wurde
  • keine weiteren schweren körperlichen oder psychischen Erkrankungen haben

Die Studienbehandlung ist für eine Dauer von 32 Wochen geplant; bei sehr gutem Ansprechen kann im Anschluss an die Studienbehandlung eine Weiterbehandlung mit Esketamin-Nasenspray bis zur Zulassung in Deutschland angeboten werden.

Studie #2: Silexan (Lasea®)

Klinische Prüfung zum Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit von Silexan (WS 1265) bei Patienten mit einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode.

Warum wird diese klinische Prüfung durchgeführt?

In dieser klinischen Studie wird überprüft, ob der Wirkstoff Silexan für die Behandlung einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode geeignet ist.

Was ist Silexan?

Silexan ist eine spezielle Lavendelöl-Zubereitung, die unter dem Namen Lasea® in Deutschland und weiteren Ländern für die Behandlung von Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmung zugelassen ist. Lasea® ist ein pflanzliches Arzneimittel, das rezeptfrei in Apotheken in Form von Kapseln (mit 80 mg Lavendelöl) erworben werden kann.

Voraussetzungen für die Studienteilnahme:

  • Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Sie müssen die Diagnose einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode erhalten haben (Dauer von mindestens 2 Wochen und maximal einem Jahr).
  • Bei einer schweren depressiven Episode ist eine Teilnahme nicht möglich.
  • Sie erhalten aktuell keine antidepressive Behandlung.
  • Sie sind bereit, eine schriftliche Einwilligungserklärung gemäß den gesetzlichen Vorgaben abzugeben.
  • Sie sind imstande, den ärztlichen Vorgaben bezüglich der Behandlung zu folgen und Fragebögen im Rahmen der klinischen Prüfung zu beantworten.

Im Rahmen einer Voruntersuchung (Screening) wird überprüft, ob Sie für die Studienteilnahme geeignet sind. Zu Beginn der Behandlungsphase werden Sie per Zufall (randomisiert) einem der drei möglichen Behandlungsarme zugewiesen (Silexan, einem bereits zugelassenen Antidepressivum oder Placebo) und während der folgenden 8 Wochen bei ca. wöchentlichen Visiten im Studienzentrum untersucht und betreut.

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